Mit nur vier Monaten Kulturdauer schenkt dir diese flinke Pflanze ein Aroma, das deinen Magen beruhigt.
Sellerina6 Min. LesezeitAktualisiert am 24. September 2026
Thomas und Sellerina · Vervollständigt von der Community
Kurz beantwortet
Die Kamille wird durch Direktsaat im März bis April angepflanzt. Die Ernte erfolgt zwischen Mai und September, wobei die gesamte Kulturdauer vier Monate beträgt. Pro Pflanze kann ein Durchschnittsertrag von 25 g erzielt werden.
Steckbrief
Kuratierte Daten aus der GrowSimply-Datenbank
Keimtemperatur
5–20 °C
Kulturdauer
ca. 4 Monate
Ertrag pro Pflanze
ca. 25 g
Pflanzabstand
20 × 30 cm
Anbau-Art
Direktsaat
Erntefenster
Mai – September
Merken musst du dir davon nichts, denn GrowSimply erstellt deinen Anbauplan anhand dieser Eigenschaften.
Dies sind Durchschnittswerte für Mitteleuropa, aus der GrowSimply-Datenbank. Je nach Sorte und Standort weichen diese Werte ab. Du kannst jede Eigenschaft von Hand ändern — oder der Assistent passt die Pflanze an dein Klima an.
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Standort & Boden
Die Kamille braucht einen vollsonnigen Platz in deinem Garten, damit sie ihre volle Pracht entfalten kann. Wenn die Sonne ihr täglich viele Stunden schenkt, dann bildet sich der typische buschige Wuchs aus. Ohne dieses Lichtangebot bleibt sie eher ein schüchterner Gast als eine stolze Pflanze. Da ihre Wurzeln mitteltief in die Erde reichen, profitierst du von einem lockeren Boden, der ihr das Ankommen erleichtert. Wenn der Untergrund zu fest und kompakt ist, dann findet sie keinen Halt für ihr mittelmäßiges Wurzelwerk. Mit einer Endhöhe von 40 cm bleibt sie zudem ein eher bescheidener Gast unter deinen größeren Nachbarn. Du musst also nicht befürchten, dass sie dir den Schatten raubt oder andere Pflanzen erstickt. Wenn du ihr diesen sonnigen und lockeren Platz gewährst, dann schenkt sie dir ihre volle Energie.
Aussaat & Pflanzung
Direktsaat
Variante Direktsaat
Du säst die Kamille entweder direkt ins Beet oder ziehst sie vor, um sie später auszupflanzen. Wenn du dich für die Direktsaat entscheidest, ist der Zeitraum von März bis April ideal. Die Samen brauchen eine Bodentemperatur zwischen 5 und 20 °C zum Keimen. Wenn diese Bedingungen im Boden erfüllt sind, dauert es etwa 7 bis 14 Tage, bis die ersten grünen Köpfe aus der Erde schauen. Du kannst die Samen ab März auf der Fensterbank oben auf der Erde platzieren. Die Samen müssen dabei nur dünn mit Erde übersiebt werden, damit sie nicht austrocknen, und sollten leicht angedrückt werden. Wenn du die Jungpflanzen im Mai in das Beet bringst, solltest du einen Abstand von 20 cm innerhalb der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen einhalten. Die Pflanzen brauchen ab Mai vollsonnige Plätze im Beet, damit sie sich richtig entfalten können. Alternativ kannst du die Samen auch Anfang bis Mitte Mai direkt ins Beet säen. Wenn du die Abstände genau einhältst, haben die Kamillen genug Platz, um nicht wie eine unordentliche Gruppe von Nachbarn ineinanderzuwachsen.
Die richtigen Zeitfenster für deinen Garten sind in deinem Anbauplan eingetragen – du musst nicht einmal rechnen. Diese Daten werden anhand deines Standorts und deines Klimas ermittelt.
Gießen & Düngen
Die Kamille benötigt nur einen mittleren Wasserbedarf und kommt mit sehr wenig Nährstoffen aus. Wenn du sie zu stark düngst, verlierst du die Ernte der Blüten, weil sie stattdessen einfach nur massiv in die Höhe schießt. Zu viel Stickstoff wirkt bei ihr wie ein Turbo für das Blattwerk, während die eigentliche Blüte auf der Strecke bleibt. Du sparst dir den teuren Dünger im Regal, wenn du beim Pflanzen lediglich etwas reifen Kompost unter die Erde mischst. Die Pflanze ist ein Schwachzehrer und zieht sich ihre Energie lieber bescheiden aus dem Boden. Wenn du sie mit Nährstoffen überfütterst, schadest du ihr mehr, als dass du ihr hilfst.
Ernte
Du erkennst die ideale Erntereife an Blütenköpfen, bei denen die weißen Zungenblüten breit waagerecht abstehen und etwa zwei Drittel der gelben Mitte offen sind. Wenn du diese voll entfalteten Köpfe pflückst, erntest du das volle Aroma für deinen Tee. Die Pflanze zeigt dir ihren besten Moment, sobald die gelbe Mitte kräftig gefärbt ist. Du solltest den Erntezeitraum von Mai bis September nutzen, um deine Kamille zu sammeln. Wenn du sie mittags pflückst und innerhalb von zwei Stunden dünn auslegst, trocknest du das wertvolle Öl in der Blüte optimal. Liegen die Blüten länger als zwei Stunden ungeschützt herum, verändert sich dieses ätherische Öl bereits. Dann hast du am Ende nur noch heißes Wasser mit Blumen darin statt eines echten Magentees. Du kannst nach etwa zwei Monaten ab dem Einsetzen im Beet mit der ersten Ernte beginnen. Wenn du diese Phase nutzt, kannst du über einen Zeitraum von zwei Monaten fortlaufend ernten. Jede einzelne Pflanze liefert dir dabei einen Durchschnittsertrag von 25 g. Die Kamille ist eine flinke Arbeiterin, denn ihre gesamte Kulturdauer beträgt nur vier Monate.
Frost & Schutz
Die Kamille verträgt Frost bis zu einer sicheren Anbaugrenze von -8 °C im Freiland. Wenn die Temperaturen unter diesen Wert fallen, riskierst du deine Ernte, weil die Pflanze bei anhaltender Kälte ihre Vitalität verliert. Du kannst sie jedoch schützen, um ihr ein etwas härteres Leben zu ermöglichen. Unter Folie oder in einem Tunnel hältst du sie bis -9 °C am Leben. Wenn du sie im Gewächshaus oder unter Vlies unterbringst, schützt du sie sogar bis zu einer Grenze von -11 °C vor dem Erfrieren. Die Kamille ist zwar ein zäher Kerl, aber bei Frost wird ihr ganzer Körper so steif wie eine Tiefkühlerbse. Wenn du die Schutzmaßnahmen nutzt, sicherst du dir eine stabilere Pflanze und vermeidest den Totalverlust deiner Aussaat durch plötzliche Kälteeinbrüche.
Fruchtfolge
Du musst der Kamille eine Anbaupause von zwei Jahren gönnen, bevor sie wieder an denselben Platz darf. Wenn du die Pflanze zu oft hintereinander an derselben Stelle säst, rauben ihr die Verwandten aus der Familie der Korbblütler alle Kraft und Nährstoffe. Die Kamille ist ein Schwachzehrer, was bedeutet, dass sie nur wenig Nahrung aus dem Boden zieht. Wenn du diese zwei Jahre Pause einhältst, bleibt dein Boden für deine nächste Ernte gesund und ausgewogen. Du planst am besten mit drei getrennten Teilflächen, damit du einen durchgehenden Anbau ohne Unterbrechung schaffst. Sonst wird dein Gartenbeet zu einem Ort, an dem sich die Korbblütler nur gegenseitig die Vorräte leerfressen.
Saatgut & Vermehrung
Du gewinnst das Saatgut der Kamille, indem du die Samenstände an der Pflanze vollständig ausreifen und trocknen lässt. Wenn du die reifen Samen an einem trockenen Tag sammelst, sicherst du dir eine gute Ernte für dein nächstes Jahr. Die Keimfähigkeit des Saatguts hält bei guter Lagerung zwei Jahre lang an. Du erhältst eine Keimrate von 80 %. Wenn du das Saatgut säst, musst du die Erde nicht mit der Hand festdrücken, denn die Kamille ist ein Lichtkeimer. Das bedeutet, dass die Samen hell sehen müssen, um zu wissen, dass sie keimen dürfen. Bei Temperaturen zwischen fünfzehn und zwanzig Grad keimen sie in einem bis zwei Wochen. Wenn du im Herbst ein paar Köpfchen stehen lässt, säen sich diese von selbst wieder aus. Du kaufst das Saatgut also eigentlich nur einmal, da die Kamille eine kleine Selbstdarstellerin ist, die ihren Platz im Beet meist ganz alleine findet.
Geschmack & Verwendung
Die Kamille schmeckt mild und blumig mit einer feinen Note nach Apfel. Wenn du die Blüten als Tee nutzt, erhältst du ein Aroma, das an einen sommerlichen Obstgarten erinnert. Ein Teelöffel der getrockneten Blüten reicht für eine Tasse aus. Du solltest unbedingt einen Deckel auf deine Tasse legen, denn wenn du den Dampf entweichen lässt, verflüchtigt sich das ätherische Öl einfach in der Luft. Ohne dieses Öl bleibt dir beim Trinken nur der Geschmack, aber nicht die Hilfe für deinen Magen. Wenn du frische Blüten verwendest, kannst du sie direkt in Sirup oder in dein Gebäck mischen.
1 Rezept passend zu deiner Ernte findest du in der App.
Dein ganzer Tee für den Winter hängt an zwei Stunden nach dem Pflücken. Wenn du die Kamille von Juli bis November erntest und sie rechtzeitig trocknest, hast du davon ein ganzes Jahr lang Tee, der deinen Magen beruhigt. Der Fehler passiert direkt nach der Ernte. Bleibt der volle Korb stehen, verändert sich das Öl in den Blüten schon nach zwei Stunden. Wenn das Öl weicht, beruhigt dein Tee keinen Magen mehr. Du legst die Köpfchen deshalb sofort flach auf ein Tuch. Die Blüten brauchen einen dunklen und trockenen Ort bei einundzwanzig bis siebenundzwanzig Grad. Nach etwa zwei Wochen sind sie fertig für dein Lager. Dann steht von Juli bis November dein eigener Tee im Glas und er beruhigt deinen Magen noch ein ganzes Jahr lang.
Das Besondere
Du erkennst die wahre Kamille an ihrem hohlen Inneren und dem richtigen Zeitpunkt der Ernte. Wenn du ein Blütenköpfchen quer durchschneidest, zeigt dir die Pflanze sofort ihre Identität. Der Blütenboden der Echten Kamille ist innen hohl, während die Geruchlose Kamille einen gefüllten Boden besitzt. Diese Verwechslung ist tückisch, denn die falsche Kamille hat kaum Öl in sich. Wenn du ohne dieses wertvolle Öl erntest, beruhigt sie deinen Magen nicht und löst keine Krämpfe. Du musst also genau hinschauen, damit dein Tee nicht nur nach Blumen schmeckt, sondern auch wirkt. Die höchste Konzentration des Öls findest du mittags an einem trockenen und sonnigen Tag in den Blüten. Wenn du zu diesem Zeitpunkt erntest, profitierst du von der maximalen Wirkung für deinen Magen.
Merksatz
Direktsaat im März oder April bringt dir viel,
Ernte von Mai bis September ist dein Ziel.
Nachbarn in der Mischkultur
Erfahrungswerte aus der Mischkultur-Praxis.
Gute Partner
Stangenbohne
Stangenbohne sammelt Stickstoff im Boden. So wächst Kamille besser.
Dicke Bohne
Dicke Bohne sammelt Stickstoff im Boden. So wächst Kamille besser.
Buschbohne
Buschbohne sammelt Stickstoff im Boden. So wächst Kamille besser.
Schlechte Partner
Knollenfenchel
Knollenfenchel gibt Stoffe an den Boden ab. Das bremst das Wachstum. Pflanze Knollenfenchel weiter weg.
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